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    Home News Ehepaar führt muslimische Gemeinde
    Montag, den 22. März 2010 um 17:46 Uhr

    Ehepaar führt muslimische Gemeinde

    Autor:  Hicret Moschee
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    Ehepaar führt muslimische Gemeinde

    Das Lauinger Ehepaar Ülker sorgt für ein Novum in der Region:

    Erstmals in Südbayern leitet ein geistliches Ehepaar die muslimische Gemeinde. Vor allem die Kälte machte Familie Ülker zu schaffen, als sie im Februar in Lauingen eintraf. Emin und Sibel Ülker und ihre drei Kinder kamen aus Hatay, der südlichsten Provinz der Türkei an der syrischen Grenze. Im Sommer kann es dort bis zu 45 Grad heiß werden. An die noch winterliche Donau zog es sie nur, weil sie hier freudig erwartet wurden. Der 36-jährige Emin Ülker ist der neue Religionsbeauftragte in der Moschee. Er ist Imam (Vorbeter), Prediger und geistliches Oberhaupt in einer Person. Seine drei Jahre jüngere Frau Sibel unterstützt ihn als Koranlehrerin. In Südbayern ist das eine Besonderheit. „Wir sind hier das erste Ehepaar in dieser Doppelfunktion“, sagt Emin Ülker. Es war unser Wunsch, ein Ehepaar zu bekommen, damit auch die Frauen und Kinder besser betreut werden“, erklärt Ali Altinbas, der Sprecher der Lauinger Muslime. Die 400 Mitglieder zählende Gemeinde muss für die Lehrerin selbst aufkommen. Ein Gehalt - mit Auslandszulage - zahlt der türkische Staat nur ihrem Mann. Noch brauchen die beiden einen Übersetzer für das Gespräch. Doch schon bald soll der intensive Sprachunterricht, der zum Bildungsangebot der Moschee gehört, praktischen Nutzen bringen. „In zwei Monaten will ich meine Predigten auf Deutsch halten“, hat sich Ülker vorgenommen. Denn die mehr als 2000 Muslime im Einzugsbereich der Lauinger Moschee sind nicht alle türkischer Herkunft. Sie kommen auch aus arabischen Ländern, vom Balkan und aus Deutschland. Zudem ist Türkisch auch in Familien, die aus Kleinasien stammen, auf dem Rückzug. „Die Kinder sprechen ein Kauderwelsch“, sagt der Geistliche besorgt. Auch sonst ist vieles neu für die beiden Theologen, die ursprünglich aus der Großstadt Konya stammen und sich für eine Stelle in Europa oder Amerika beworben hatten. „In Deutschland ist alles geregelt“, meint Sibel Ülker. Mülltrennung und strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen sind für die Frau mit dem großen, bunten Kopftuch ungewohnt. „Tempo 30 in einigen Straßen sind gut für die Kinder“, sagt sie. Ihre eigenen sind sechs Monate, drei und acht Jahre alt. Und die, denen sie den Koran erklärt, sind zwischen sieben und 13 Jahre alt. Am Samstag kommen die Mädchen, am Sonntag die Buben, insgesamt zwischen 80 und 100 - alle freiwillig. Was es außer der Geschlechtertrennung noch für Unterschiede gibt zwischen ihrem Unterricht und dem in den staatlichen Schulen kann Sibel Ülker noch nicht sagen. „Ich kenne den Lehrplan nicht.“ Die Grundschule und die Hauptschule in Lauingen sind zwei von insgesamt 250 in Bayern und 53 in Schwaben, in denen seit vorigem Herbst in einem fünfjährigen Modellversuch islamischer Unterricht auf Deutsch angeboten wird. Dort, so meint Gemeindesprecher Ali Altinbas, gehe es wohl mehr um Ethik und Moral. In den Moscheen dagegen werde auch die Praxis des Gebets geübt. „Wir wollen Vorbild sein“, sagt Emin Ülker. Es gehe darum, Kenntnisse über den Islam aufzufrischen und vieles, was in Vergessenheit geraten sei, in Erinnerung zu rufen. Die Frage, ob sie von den Frauen verlange, wie sie selbst ein Kopftuch zu tragen, beantwortet Sibel Ülker diplomatisch: „Ich kann nichts verlangen. Ich kann nur beraten.“ Im Koran stehe jedoch, dass sich die Frau bedecken soll.

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